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Märkte

Bitcoin rutscht Richtung 75.000 US-Dollar: KI-Ausverkauf an der Nasdaq löst Liquidationen über 1 Milliarde aus

Bitcoin verlor am 6. November mehr als 6 % und fiel auf rund 75.400 US-Dollar, nachdem die Nasdaq wegen eines KI-Aktien-Ausverkaufs 5,5 % eingebüßt hatte. Die kurze Erholung über 80.000 US-Dollar nach den Midterms ist damit verpufft: Liquidationen über 1 Milliarde, ETH minus 8 %, Fear-&-Greed-Index bei 28.

Abstrakte dunkle Marktszene, die den Rutsch von Bitcoin in Richtung der 75.000-Dollar-Marke andeutet

Die Erholung von Bitcoin nach den US-Zwischenwahlen hat kaum einen Tag gehalten. Am 6. November 2026 fiel die größte Kryptowährung um mehr als 6 % in Richtung 75.000 US-Dollar und gab damit die kurze Rückkehr über 80.000 US-Dollar vollständig ab – ein brutaler Handelstag bei US-Technologieaktien hatte auf den Kryptomarkt übergegriffen. Laut crypto.news notierte BTC am frühen Freitag bei etwa 75.388 US-Dollar, ein Minus von 6,3 % auf 24-Stunden-Sicht und nahe am tiefsten Stand seit sieben Wochen.

Der Auslöser kam von der Wall Street

Nicht Krypto, sondern der Aktienmarkt gab den Startschuss. Am Donnerstag, dem 5. November, verlor der Nasdaq Composite 5,5 %, der S&P 500 gab 4,3 % ab und der Dow fiel um 3,4 %, wie derselbe Bericht festhält. Am härtesten traf es die Halbleiterbranche: Der Philadelphia Semiconductor Index sackte um rund 12 % ab, Nvidia verlor mehr als 9 %. Krypto-nahe Aktien folgten – Coinbase und Strategy büßten jeweils etwa 10 % ein, mehrere Bitcoin-Miner noch mehr.

Der Ausverkauf setzte unmittelbar nach dem Sieg der Demokraten in beiden Kammern des Kongresses bei den Midterms vom 3. November ein. Von crypto.news zitierte Analysten führen die Bewegung auf die Sorge zurück, politischer Widerstand könnte den Bau von KI-Rechenzentren bremsen – zusätzlich zu bereits bestehenden Zweifeln an der Rentabilität der KI-Infrastrukturausgaben. Carlos Guzman von GSR sieht die Midterms als Auslöser, während Vetle Lunde von K33 den Bitcoin-Rückgang als große, mit der Nasdaq korrelierte Bewegung beschreibt und nicht als kryptospezifisches Ereignis.

Hebel wurde aus dem Markt gespült

Im Derivatemarkt war der Schaden erheblich. Von crypto.news zitierte CoinGlass-Daten zeigen Liquidationen von rund 1,08 Milliarden US-Dollar im gesamten Kryptomarkt in den 24 Stunden bis zum 5. November, davon etwa 954 Millionen US-Dollar aus Long-Positionen. Auf Bitcoin entfielen rund 281 Millionen US-Dollar, auf Ethereum etwa 175 Millionen. Das Open Interest bei BTC-Futures fiel von 28 Milliarden auf unter 26 Milliarden US-Dollar – der niedrigste Stand seit Mitte September.

Ether traf es härter als Bitcoin. Ein separater Bericht von crypto.news sah ETH am 6. November bei knapp 2.220 US-Dollar, ein Minus von rund 8,3 %, bei mehr als 210 Millionen US-Dollar an ETH-Liquidationen, davon 179 Millionen aus Longs. Die Stimmung kippte binnen eines Tages: Der Crypto Fear & Greed Index stand am 6. November bei 28 („Angst“), nach 50 am Vortag und 71 vor einem Monat.

ETF-Zuflüsse stützen nicht mehr

Die Spot-ETFs, die Bitcoin über weite Strecken des Jahres 2026 getragen haben, wirken inzwischen als Bremse. Unter Berufung auf Bloomberg berichtet crypto.news, dass in den Tagen nach dem Binance-Hack vom 29. Oktober bis einschließlich Mittwoch rund 1 Milliarde US-Dollar aus US-Spot-Bitcoin-ETFs abfloss – etwa 900 Millionen davon allein aus BlackRocks IBIT. Am 4. November drehten die Flüsse kurz ins Plus (+74,6 Millionen US-Dollar), der 5. November war gemischt: Fidelitys FBTC zog 236,7 Millionen US-Dollar an, während aus IBIT 201,2 Millionen abflossen.

Ethereum-Produkte bluten schon länger. Die im ETH-Bericht zitierten SoSoValue-Zahlen zeigen Abflüsse von 139,7 Millionen US-Dollar am 2. November und 85,3 Millionen am 3. November, einen Zufluss von 53 Millionen am 4. November und dann erneut knapp 100 Millionen US-Dollar Abfluss am 5. November. Wer verstehen will, warum solche Vehikel den Preis so stark bewegen, findet in unserem Leitfaden zur Auswahl einer Krypto-Plattform die Grundlagen, wie Nachfrage institutioneller Anleger auf den Markt trifft.

Marken, die Trader im Blick haben

Auch die On-Chain-Positionierung macht den Markt anfällig. Von crypto.news herangezogene Glassnode-Daten zeigen, dass der Großteil des Angebots kurzfristiger Halter – also Coins, die in den letzten 155 Tagen gekauft wurden – inzwischen im unrealisierten Verlust liegt; vor einem Monat war fast alles davon im Gewinn. In einem solchen Umfeld werden Rücksetzer eher verkauft als gekauft.

Technisch hatte Paul Spirgel von Kitco 75.001 US-Dollar als wichtiges Fibonacci-Retracement markiert, mit dem 200-Tage-Durchschnitt bei rund 73.188 und dem 30-Tage-Durchschnitt um 81.319 US-Dollar. Jasper De Maere von Wintermute warnte davor, aus einem makrogetriebenen Abverkauf langfristige Schlüsse zu ziehen, hält mittelfristig an einer Einschätzung „Glas halb voll“ fest, nennt aber 73.000 und 68.000 US-Dollar als Abwärtsziele, falls die 75.000 nicht halten. Nach oben wollen die zitierten Analysten eine nachhaltige Rückkehr über 80.000 US-Dollar sehen, bevor sie die Korrektur für beendet erklären.

Mit Blick auf den Gesamtmarkt bezifferte CoinGabbar auf Basis von CoinGecko-Daten (Stand 04:00 UTC, 6. November) die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung auf 2,65 Billionen US-Dollar, ein Tagesminus von 4,9 %, bei einer Bitcoin-Dominanz von 57,4 %.

Fazit

Das war ein Risk-off-Tag, den sich Krypto vom Aktienmarkt geborgt hat: ein KI-Ausverkauf an der Nasdaq, rund 1 Milliarde US-Dollar an ausgelöschtem Hebel und ETF-Flüsse, die keinen Boden mehr bilden. Der unmittelbare Test für Bitcoin ist, ob die 75.000 US-Dollar halten; darunter verweisen die zitierten Analysten auf die Zone um 73.000 und den 200-Tage-Durchschnitt. Nichts in den Daten deutet auf ein kryptospezifisches Versagen hin – aber mit kurzfristigen Haltern im Minus und einer Stimmung auf „Angst“ ist der Markt fragiler als noch vor einer Woche.

Nachrichtenzusammenfassung auf Basis der oben zitierten Berichte, Stand Morgen des 6. November 2026. Kurse und Flussdaten sind Näherungswerte und variieren je nach Datenanbieter und Erfassungszeitpunkt. Nur zur allgemeinen Information; keine Finanzberatung.

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